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Hans Schmiedli über die neusten technischen Errungenschaften und Schwarzfahrer

Seit 1.Oktober 2008 leitet Hans Schmidli den Kontrolldienst der vbl. Der gelernte Landwirt begann 1993 als Chauffeur. Er arbeitete später als Billettkontrolleur und die letzten vier Jahre als Fahrdienstleiter. Er stellt sich den neuen Herausforderungen der Zeit und setzt sich für die Entwicklung und Weiterbildung seines 28-köpfigen Teams ein. Im Interview äussert er sich über die neusten technischen Errungenschaften und die Unverfrorenheit einiger Schwarzfahrer.

 

Hans Schmidli, Sie waren während Ihrer Dienstzeit vier Jahre lang als Billettkontrolleur für die vbl unterwegs. Was faszinierte Sie an dieser Arbeit?

Als Kontrolleur und Kundenberater arbeiten wir immer im Team und sind viel näher bei den Kunden. Das ist eine willkommene Abwechslung zum Fahrdienst. Zudem bietet die Arbeit als Kundenberater gute Aufstiegschancen innerhalb der vbl.

Sind alle Kundenberater der vbl Chauffeure?

Ja. Wir setzen bewusst nur Chauffeure im Kontrolldienst ein, da sie die nötige Erfahrung mitbringen. Es gibt keine Vollzeit-Kontrolleure in unserem Team, da die Arbeit sehr anstrengend und manchmal auch sehr belastend ist. Ergänzt werden die Teams von Securitas-Mitarbeitern.

Wie wichtig ist es Ihnen, möglichst viele Schwarzfahrer zu erwischen?

Das ist nicht das primäre Ziel. Mir ist es ebenso wichtig, dass wir Präsenz zeigen und die vbl nach aussen gut repräsentieren. Die Fahrgäste sollen merken, dass es sich immer lohnt, ein Billett zu kaufen. Deshalb sind unsere Kundenberater stets in Uniform unterwegs und kontrollieren jeden Tag andere Buslinien und Zonen.

Was unternehmen Sie, um die Schwarzfahrer-Quote zu senken?

Vergangenes Jahr haben wir ein neues Kontrollsystem mit mobilen Handgeräten eingeführt. Dieses System liefert uns detaillierte Daten über die Kundenströme sowie Schwerpunktzonen und -zeiten. Anhand dieser Informationen können wir punktueller vorgehen und den Aufwand optimieren. Die Schwarzfahrer-Quote ist seither von ca. 2,5% auf 1,8% gesunken. Das ist ein sehr guter Wert.

Jährlich kontrollieren wir über 400'000 Personen. Was war die kreativste Ausrede eines Schwarzfahrers, den Sie erwischt haben?

Das war ein (angeblicher) Arzt, der spätabends ohne Billett im Bus sass. Als Begründung sagte er, jetzt habe er einen so strengen Spätdienst hinter sich, dass er es als selbstverständlich anschaue, die Dienste der vbl gratis in Anspruch zu nehmen. Und sowieso habe er es als Arzt gar nicht nötig, sich mit uns zu unterhalten. Das musste er dann auch nicht mehr, sondern nur noch die Busse in Empfang nehmen.