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Ein freundliches Grüezi kann viel bewirken

Früher bewachte er den Papst, heute fährt er unsere Fahrgäste auf den unterschiedlichsten Linien und in allen möglichen Fahrzeugen. Reto Wirth erzählt uns, was ihn an seinem Job fasziniert.

Reto Wirth ist ein Mann, der etwas darstellt. An ihm kommt keiner leicht vorbei. Das erfuhren auch die Besucher des Vatikans, als Reto Wirth in der Schweizergarde diente. Damals, als er unter anderem vor den Privatgemächern von Papst Johannes Paul II. den Zutritt kontrollierte, lernte er vieles, was ihm noch heute als Buschauffeur bei vbl zugute kommt. Zum Beispiel, wie man inmitten einer grossen Menschenmenge funktionieren und seine Aufgabe erfüllen kann. Oder wie man damit umgeht, wenn man zu unterschiedlichen Tageszeiten arbeiten muss.

Die Vielfalt macht es aus

Seit nunmehr zehn Jahren ist Reto Wirth bei vbl im Einsatz. Zunächst wurde er als Trolleybuschauffeur eingesetzt, dann bildete er sich zum Autobus- und Carchauffeur weiter. Heute übernimmt er ganz viele verschiedene Funktionen. Reto Wirth fährt nebst den Linienbussen auch mit den Reisecars auf der Tell-Buslinie von Luzern nach Altdorf, er führt in Horw Schulkinder sicher und souverän vom Wohnquartier zum Schulhaus und zurück, er übernimmt Kontrolldienstaufgaben und führt Besuchergruppen durch die Depothallen von vbl. Welche Aufgabe ist denn nun seine liebste? «Es ist gerade die Vielfalt, die mir so gefällt», sagt er. Als Chauffeur sei er oft ein Einzelkämpfer, auf Kontrolle hingegen sei man Mitglied eines Teams. «Und das Zusammensein mit den Kindern im Schulbus macht enorm viel Spass».

Wenn man Reto Wirth beim Erzählen zuhört, spürt man nicht nur seine grosse Freude an der Arbeit, sondern auch einen gewissen Stolz, der mitschwingt. «Es fasziniert mich, wie wir mit unseren Bussen das Bild der Stadt prägen und ständig in der öffentlichen Wahrnehmung in der Leuchtenstadt stehen », sagt Reto Wirth. Und: «Ich spüre ein grosses Vertrauen meines Arbeitgebers. Das macht mich schon stolz, für ein solches Unternehmen arbeiten zu dürfen.» Vor allem auch, weil vbl eine sehr moderne Fahrzeugflotte habe. «Es macht sehr grossen Spass, mit diesen modernen und schönen Bussen zu fahren, auch mit den tollen Reisecars.»

Jeder Tag ist anders

Den Kontakt mit den Fahrgästen schätzt Reto Wirth sehr. Es freue ihn, wenn er erkannt werde, so wie kürzlich von einem Horwer Schüler in der Luzerner Innenstadt, der seinen Schulbus-Chauffeur stolz seiner Mutter vorstellte. «Luzern ist zum Glück immer noch klein genug, dass man sich noch kennt. So kommt es öfters vor, dass wir Chauffeure auch mit Stammkunden einen kleinen Schwatz halten können.» Für ihn sei im Umgang mit den Fahrgästen der Ton entscheidend. «Ein freundliches Grüezi kann sehr viel bewirken. Ich wünsche mir, dass wir noch stärker ehrlich und offen miteinander kommunizieren, in einem angenehmen, freundlichen Tonfall», sagt Reto Wirth.

Die Buschauffeure sind insbesondere in den Hauptverkehrszeiten in Luzern einer grossen Belastung ausgesetzt. Um den Bus bei grossem Verkehrsaufkommen sicher und womöglich auch noch pünktlich durch die Stadt zu fahren, braucht es Nerven wie Drahtseile. Wie geht Reto Wirth mit dieser Belastung um? Ganz einfach: «Gelassen bleiben.» Es gäbe genügend Möglichkeiten, auch während einer Fahrt, wieder «runterzufahren» und sich zu sammeln – beispielsweise wenn der Verkehr in Richtung Endhaltestelle abnehme oder, wie beim Schulbus, wenn er nach einer Einsatzfahrt mit einem leeren Bus ins Depot zurückfahre. Und privat schaltet er total ab. «Ich begebe mich gerne in einsame, abgelegene und ruhige Berge und Täler», erzählt Reto Wirth. Zudem helfe ihm sein stabiles Umfeld «mit einer starken Freundin und mit meinem Gottenmeitli, die mir den nötigen Halt und den Ausgleich geben.»

Ganz so leicht ist Reto Wirth nicht aus der Ruhe zu bringen. Seine Erfahrungen von der Schweizergarde, aber auch der Einsatz bei der Swisscoy im Kosovo und seine Routine im Strassenverkehr helfen ihm dabei. Und das Kinderlachen im Schulbus motiviert ihn für seine nächsten Einsätze zusätzlich. «Jeder Tag ist  anders. Ich darf selbstständig arbeiten und habe viel Kontakt mit Menschen. Das macht meinen Beruf für mich interessant – und zu einem Traumjob.»