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Immer am Ball

Dribblings, Pässe und Jubelschreie nach einem Goal: Marketing-mitarbeiterin Seline Koch bleibt nicht nur in Sachen vbl-Vermark-tung am Ball. Die 24-jährige ist bekennender Fussballfan und seit vier Jahren Verteidigerin beim FC Wolhusen.

Seline Koch, wie sieht Ihr Einsatz beim FC Wolhusen aus?

Unser Team trainiert zwei Abende und hat ein Meisterschaftsspiel pro Woche. Wir sind sozusagen eine ambitionierte 3.-Liga Damen-mannschaft. Da gehören strategische Aufstellungs- und schweiss-treibende Dribbelübungen genauso dazu wie Kraftübungen. Am meisten Spass macht dann doch das Spielen.

Sie sind Verteidigerin. Wäre es nicht viel cooler, Stürmerin zu sein?

(lacht) Wahrscheinlich schon. Immer Schuld an einem Gegentor zu haben, ist nämlich wirklich ärgerlich. Aber es können ja schliesslich nicht alle Stürmer sein. Und die Verteidiger-Position hat ebenso ihren Reiz.

Was fasziniert Sie denn am Fussballspielen?

Beim Fussball ist es insbesondere der Teamgeist, der für mich im Zentrum steht. Gemeinsam ein Ziel zu verfolgen ist wirklich toll. Es braucht jedoch von allen den persönlichen Einsatz und den Willen, um dieses Ziel auch zu erreichen. So wird am Schluss zusammen gefeiert – oder auch mal eine Niederlage eingesteckt.

Haben Sie auch Fussballvorbilder?

Ja, Carles Puyol vom FC Barcelona. Er hat sich nicht nur bei Barça, sondern auch als Spieler der spanischen Nationalmannschaft verdient gemacht und gilt heute als einer der besten Verteidiger weltweit.

Wenn Sie leidenschaftlich gerne spielen – schauen Sie dann auch leidenschaftlich gerne Fussball?

Absolut! Wenn ich nicht selber ein Spiel zu bestreiten habe, besuche ich fast jedes Heimspiel des FC Luzern. Dabei schliesst sich auch der Kreis zu vbl, denn ich reise immer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Spielen an. Die Auswärtsspiele des FCL schaue ich mir oft am TV an.

Als Kennerin und bekennender Fan: Hat der FCL Chancen auf den Meistertitel?

Der FCL spielt derzeit wirklich gut, keine Frage. Jetzt schon vom Meistertitel zu träumen, wäre aber ein Fehler. Der FCL soll Spiel für Spiel nehmen und weiterhin so konzentriert und engagiert weiterarbeiten – alles andere kommt von alleine.

«Frauen und Fussball» ist ja ein altbekanntes Vorurteil – sind Sie als Fussballspielerin mit solchen Vorurteilen konfrontiert?

Tatsächlich schauen mich die Leute zum Teil erstaunt an, wenn ich erzähle, dass ich Fussball spiele. Aber man soll doch das machen, was einem Spass macht, und sich nicht von anderen beeinflussen lassen. Schliesslich gibt es ja auch Herren, die Eiskunstlaufen (lacht).

Um zu zeigen, dass auch Frauen etwas von Fussball verstehen: Was ist ein «Abseits»?

Abseits liegt vor, wenn sich ein angreifender Spieler bei einem Pass eines Mitspielers im Moment der Ballabgabe in der gegnerischen Hälfte befindet, der Grundlinie näher ist als der Ball und der Grundlinie näher ist als der vorletzte verteidigende Spieler.

Luzern, November 2011